Seit Jahren schätze und pflege ich open access, open source und open data. Geteiltes Wissen vermehrt sich. Kreativität erhält Inspirationen. Und: es gibt auch weiterhin geistiges Eigentum und das Copyright. Eine besondere Herausforderung ist die Nutzung digitaler sozialer Medien und Plattformen und das Verwenden von Werken anderer.
Teilen
[...] Open access, open source und open data sind wichtig für finanziell oder sozial schwächere Menschen, Gruppen und Staaten. Gratis-Software, der freie Zugang zu Informationen und Literatur
und damit die Möglichkeit zu lernen, lehren, zu entwickeln und etwas auf die Beine zu stellen, kann Menschen freier machen. [...]
[Sozioinformatik 2021 & 2023,
S. 118]
Auch digitale Souveränität, politische und gesellschaftliche Selbstbestimmung und Kreativität schöpfen daraus. Und natürlich gibt es das geistige Eigentum. Dieses gilt es zu respektieren und
Quellen zu benennen. Außerdem müssen Sie, wenn Sie ein Werk oder Teile davon öffentlich machen, dieses mit Einverständnis derjenigen tun, die das Werk erschaffen haben, oder die aktuell das
Copyright innehaben. In Internetauftritten - auch in privaten Blogs - steht in der Regel im Impressum und in der Fußzeile der Pages, worauf sich das Copyright bezieht.
Auch bei open access Werken müssen Sie die Urheberin oder den Urheber nennen. Ein paar Beispiele finden Sie in meinem Blog Licht und in meinen
ebooks. Viele Beispiele finden Sie im Netz. Wie es funktioniert, beschreibt https://creativecommons.org/cc-licenses/ (visited on 14 June 2026). Die Lizenzen gibt es in vielen Sprachen, aktuell mehr als 45 laut
Website.
Diebstahl
Vielen ist es passiert. Ein anderer Mensch oder eine Organisation gibt das, was andere Menschen geschaffen haben, als ihres aus. Das kann von ganz großen Dingen (einer Erfindung) über mittlere
Dinge (eine wissenschaftliche Abschlussarbeit oder Teile daraus) bis hin zu auf den ersten Blick klein erscheinenden Dingen (private Bilder) gehen.
Wenn Sie erkennen, da hat jemand geklaut, und sie oder ihn ansprechen, gibt es Ausreden wie: oh, sorry, habe ich gar nicht gemerkt. Oder sogar: das ist von mir.
Ausreden und Lösungen
Im Zeitalter der digitalen sozialen Medien und des Bloggens ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Eine Ausrede, die gleich mehrere Aspekte abdeckt, ist mir kürzlich begegnet:
"[...] ich habe mir, ehrlich gesagt, keine Gedanken gemacht, als ich die Bilder eingestellt habe, dass da ein Copyright draufsteht, habe ich eben erst gesehen.
Technisch gesehen, kann ich auch kein Copyright eingeben, sondern nur Bilder hochladen, das System trägt dann das Copyright selbst ein, wohl davon ausgehend, dass der User, der es einstellt, das
auch darf...
Ich kann das auch nachträglich nicht ändern (vielleicht liegt es an meinem "Free Account"), kann die Bilder wohl aber wieder entfernen, so meine aktuelle Recherche. Kläre ich, mache ich.
[...]"
[n.n. (non nominatus) 2026]
Lassen Sie uns diese Ausrede analysieren
- "keine Gedanken gemacht": nicht? und das mit einer ausgeprägten digitalen Kompetenz dieses Menschen. - Lösung: immer denken.
- "dass da ein Copyright draufsteht, habe ich eben erst gesehen": eben erst bedeutet: als die Fotografin den Menschen darauf aufmerksam gemacht hat. - Lösung: immer prüfen, wie das denn aussieht, wenn mensch etwas ins Netz stellt. Bei eigenen Werken und bei denen anderer. Und seien sie noch so klein.
- "Technisch gesehen, kann ich auch kein Copyright eingeben, sondern nur Bilder hochladen, das System trägt dann das Copyright selbst ein, wohl davon ausgehend, dass der User, der es einstellt, das auch darf...": also ist es bereits in seiner Formulierung deutlich: Der User ist verantwortlich. - Lösungen: siehe Punkte (1) und (2)
- "Ich kann das auch nachträglich nicht ändern (vielleicht liegt es an meinem "Free Account")": das ist besonders schick: free soll heißen, ich bin machtlos? - Der Antwortende hat dann eine Lösung beschrieben:
- ", kann die Bilder wohl aber wieder entfernen, so meine aktuelle Recherche. Kläre ich, mache ich.": er hat also recherchiert, das Entfernen ist bis heute nicht geschehen. Sechs Tage sind eine lange Zeit. Im Netz.
Eine weitere Lösung
Ich teile gerne. Bücher, Blogs, anderes. Es gibt noch eine weitere Lösung: dieser Mensch hätte einfach fragen können: darf ich diese Bilder öffentlich verwenden? - Sie stammen aus einem privaten,
vertraulichen Blog mit einen kleinen Kreis von Lesenden.
Nachdem sich dieses ereignet hat, kann ich im Nachhinein nicht sagen, ob ich zugestimmt hätte. Es war ein privater Blog. Da hätte ich gerne selbst entschieden, ob und falls ja, wann und wo sie
öffentlich werden sollen.
Außerdem: es ist technisch möglich, zu benennen wer was gemacht hat. User können einen Kommentar zum Bild schreiben, wenn die Freeware es ihnen nicht erlaubt im Foto die Zeile mit dem Copyright
anzupassen. Und wenn die Freeware es nicht erlaubt, dann - was würden Sie als User tun? Wieder gibt es mehrere Wege.
Copyright ist ein komplexe Angelegenheit. Dies hier ist eine allgemeine Beschreibung durch eine Autorin und Wissenschaftlerin, die keine Juristin ist. Mehr zum Urheberrecht gibt es im Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/ - besucht am 14 Juni 2026)
Fazit
Wach bleiben. Respekt. Verantwortung. Zuverlässigkeit. So kann Umgang mit Open access, open source und open data und Copyright funktionieren. Zur Zufriedenheit aller.
Christa Weßel - Sonntag, 14 Juni 2026
Blogrubriken Sozioinformatik und Together
< Licht
