Acht Monate nach Beginn der Weiterbildung in der Systemischen Psychotherapie war es nun so weit: der erste von vier Selbsterfahrungsblöcken in der Gruppe fand statt. Wie es für systemische Therapie naheliegt, war unsere Aufgabe, als Vorbereitung ein Genogramm unserer Herkunftsfamilien zu erstellen. Familien: es sind mindestens drei. Oftmals kommen durch vorhergehende oder spätere Verbindungen der Eltern weitere Familien hinzu. Oder durch Adoption.
Nach einem Jahr Selbsterfahrung in Gestalt in den 2010er Jahren - ungefähr alle sechs Wochen zwei bis drei Tage und ein Retreat von 12 Tagen - sowie andere kürzere mit einem anderen Hintergrund war dies nun die erste Selbsterfahrung für mich im Systemische Psychotherapie Setting. Sie können es sich vielleicht vorstellen, Selbsterfahrung ist oft mit intensiver Körperarbeit verbunden. Hier nicht. Es begann sehr ruhig, setzte sich im Bezug auf das Körperliche recht ruhig fort, und spätestens am Abend des zweiten von drei Tagen wusste ich: das hier ist auch Selbsterfahrung. Eine andere Art. Und ebenso inspirierend und fruchtbar wie andere, die ich bislang erlebt habe.
Genogramm
Systemische Therapie hat starke Wurzeln in der Familientherapie und findet Anwendung in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel auch als Systemische Organisationsentwicklung. Ein Kern ist die
Betrachtung von sozialen Systemen. Das erste soziale System, mit dem Menschen in Berührung kommen ist die Familie - welcher Ausprägung auch immer. Und es begleitet uns unser Leben lang. Von
großer Bedeutung sind die Generationen vor den Eltern. Daher versuchen wir in der Genogrammarbeit so weit wie möglich zurück zugehen. Den meisten gelingt es für drei bis vier Generationen
(Urgroßeltern). Andere können fünfhundert Jahre und mehr zurückgehen. Wieder andere kennen ihre Eltern nicht.
Wie auch immer die Ausgangslage ist: seien Sie gewiss, es gibt viel zu entdecken. Sich auf die Entdeckungsreise zu begeben, kann anstrengend, traurig, erschreckend, lustig und stärkend sein. Ich
schreibe bewusst "und". Es ist fast immer alles dabei. Zu hilfreichen Punkten in der Entdeckungsreise gehören Lücken, Brüche, schwere Erkrankungen (körperlich und oder psychische, angeboren,
erworben), Todesfälle (Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche, Sterben früh im Lebensverlauf, Unfall, Suizid, Krieg, Flucht - und die ganz "normalen"), Heimatverlust, Migration, Kulturbrüche
(beispielsweise Scheidung in einem Kontext, in dem die Religion dies eigentlich nicht erlaubt), Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und vieles mehr.
Ein Genogramm zu erstellen ist einfach. Nehmen Sie Kreise für weibliche Personen, Quadrate für männliche Personen und Dreiecke für non-binäre Menschen. Zeichnen Sie Verbindungen. Wie so etwas
aussehen kann und welche Regeln es dafür geben kann, erläutern beispielsweise als Einstieg die entsprechenden Wikipedia-Einträge auf Deutsch und auf Englisch, zahlreiche Plattformen, die auch
tools zur Vefügung stellen, sowiedie einschlägige Fachliteratur. Zu den Tools: ich ziehe das haptische Arbeiten mimt Papier und Stiften vor. Aus der Didaktik wissen wir, dass damit kognitiv und
emotional deutlich mehr passiert als am Rechner (AAL 2017, 2023). Auch für die Betrachtenden und Zuhörenden.
Mein erstes Genogramm habe ich 2002 in der Informatik erstellt. Unified Modeling Language (UML) stellt Softwaresysteme dar und dient als Grundlage für die Implementierung (Programmieren et
cetera). Später kamen in der Organisationsberatung und im Coaching Actor Networks und andere hinzu. Dies fiel mir gestern auf, als ich morgens vor dem Start mit Mitlernenden über Familien und
darüber hinaus gehende Netzwerke sprach: ein UML-Diagramm ist das Genogramm einer Software. - Stimmt nicht im strengen Sinn. Ich will dieser Idee zu einer anderen Zeit folgen.
Zurück zur Systemischen Psychotherapie und zu Genogrammen. Dies war also der erste Teil dieser Selbsterfahrung: erstellen Sie Ihr Genogramm. Bei uns allen hat es viel ausgelöst. Das war in den
drei Tagen zu spüren. Die meisten konnten Eltern und Großeltern und andere befragen, ihnen bekannte Informationen bestätigen und oftmals Neues erfahren. Auch passiert in solchen
Erforschungsgesprächen Einiges in der Beziehung der Menschen, die miteinander sprechen und mit anderen, über die sie sprechen - oder auch nicht sprechen. Etliche von uns sagten: das ist erst der
Anfang. Ich möchte weiter entdecken und mit bestimmten Menschen meiner Familie reflektieren.
Außerdem
Der zweite Teil der Selbsterfahrung besteht wiederum aus mehreren Anteilen. Zum einen sind wir Klient[*] und arbeiten mit einer der beiden Dozentinnen - diese in der Rolle der Therapeutin - an
und mit unserem Genogramm. Die Mitlernenden hören und schauen zu, fühlen mit und in sich hinein. Sie stellen sich im Weiteren als Mitglieder eines Reflecting Team oder als Stellvertretende in
einer Aufstellung oder einer Skulptur zur Verfügung. Es gibt noch andere Bearbeitungsmethoden. Dies sind die drei, die wir in diesen drei Tagen angewendet haben. Vier: einmal lief das Reflecting
Team spontan als Fish Bowl (Werkzeuge, S 47 f).
Das war schick.
Wir sind ungefähr zwanzig Teilnehmende und zwei Dozenten. Genogrammarbeit in dem hier skizzierten Setting - Lernen und Selbsterfahrung - braucht Zeit und Flexibilität. Also gibt es zweimal drei
Tage. Die zweiten zehn Genogramme sollen im September folgen.
Ich möchte nun diese vier Anteile betrachten, wie ich sie in den drei Tagen erlebt habe, und führe damit Aufgabe zwei und Teil drei der Selbsterfahrung durch: reflektieren Sie schriftlich zu
dieser Selbsterfahrung. Dass ich dies als Blogeintrag durchführe, liegt in meinem Selbstverständnis als Autorin: teilen. Wichtig ist mir: bitte ziehen Sie für alle hier vorgestellten Aspekte
Fachliteratur hinzu.
Sounding Board
So nenne ich das, was Therapeutinnen und Mitlernende oder Mit-Klienten für eine Klientin sind: sie sind Resonanzkörper, sie schwingen mit, sie stellen ihre Hypothesen, Annahmen, Ideen und Gefühle
zur Verfügung. Und zwar stets auf Augenhöhe. Die Klientin ist für den Inhalt verantwortlich und hat die Freiheit den Verlauf des Prozesses zu bestimmen. Sie sagt, welchen Weg sie gehen will. Die
Therapeutin ist für den Prozess verantwortlich. Sie macht Vorschläge, lädt ein, ermöglicht, dass die Klientin gedeihen kann.
Eine manchmal schwere Aufgabe ist dabei, einerseits das Hineinfühlen in den Menschen, dessen Stellvertretende ich bin, und andererseits das Erkennen und zu dieser Zeit hintanstellen der Gefühle
und Erkenntnisse, die meine eigene Biographie betreffen. Die sind später dran. Nach der Arbeit als Stellvertretende. Die Aufgabe ist nicht nur schwer. Sie ist zumeist sehr inspirierend. Und ich
empfinde es als Zeichen des Vertrauens, wenn jemand mich fragt, Stellvertretende zu sein.
Falls Sie sich wundern, wie das Hineinfühlen in und Empfinden von Personen funktionieren kann, die Sie nicht kennen, möchte ich die ungefähre Antwort unserer Dozentin wiedergeben: so etwas kann jeder Mensch, der bereit dazu ist. Auch ein zufällig auf der Straße angesprochener. Physiker scheinen besonders leicht zu verstehen. Für sie sind Begriffe wie Schwingungen und Energie selbstverständlich.
Arbeit mit dem Genogramm
Hilfreich für mich war, dass ich wusste, welches Anliegen ich hatte und welche Form der Bearbeitung ich mir gewünscht habe. Mein Anliegen war: ich wollte mir die Komplexität, die Geschichte und
einige Geschichten meiner Familie vor Augen führen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür gab es die Genogramme - es wurden drei - und eine Aufstellung.
Es gab die Familie meines Vaters mit seinen Eltern und seinen neun Geschwistern. Es gab ihre Lebensdaten, ihre Namen, ihre Berufe, und ihre jeweiligen Kinder als Zahlen. Ich hätte eine
Tapetenrolle gebraucht, so viele lassen sich aus den Eltern meines Vaters ableiten.
Es gab die Familie meiner Mutter mit ihren Eltern und ihren vier Brüdern. Auch hier mit Lebensdaten, Namen, Berufen und ihre jeweiligen Kinder, zum Teil als Zahl, im Fall meines Patenonkels mit
Symbolen und Namen. Auch hier wäre eine diesmal etwas kürzere Tapetenrolle bei vollständiger Darstellung erforderlich gewesen.
Als dritte Familie gab es meine Eltern und meine Geschwister mit Namen und Lebensdaten und mit Nichten und Neffen bei den jeweiligen Geschwistern.
Die Dozentin, im weiteren Therapeutin genannt, leitete mit mir, der Klientin, die Arbeit ein. In der Einleitung geht es darum, was wir vorhaben (Genogrammarbeit), was mögliche Fragen und was ein
Anliegen sein könnte. Dann entwickelten wir das Genogramm. Wir betrachteten meine Visualisierungen an der Moderationswand, sie notierte außerdem auf einem Flipchart. Dabei ging es mit Geschichten
aus den Familien - wie in den Genogrammen anderer Mitlernender zuvor und danach - auch um den wichtigen Aspekt Transgenerationalität. Dazu später mehr. Danach folgte die Therapeutin und vor allem
die Gruppe meinem Wunsch meine Onkeln und Tanten, meine Eltern und mich aufzustellen. Gut, dass wir zwanzig sind.
Aufstellung
Zunächst habe ich meinen Gefühlen entsprechend, Stellvertretende ausgewählt und diese um ihre Erlaubnis gebeten, für X oder Y Stellvertreterin oder Stellvertreter zu sein. Dann habe ich sie im
Raum ohne Worte positioniert. Zum Schluss meine Stellvertreterin. Anschließend hat die Therapeutin von den Personen in der Reihenfolge ihres Aufgestelltwerdens erfragt, wie es ihnen an dieser
Position geht. Bereits an diesem Punkt ist es erstaunlich, wie einerseits treffend sie das Befinden der jeweiligen Person beschreiben, ohne Hintergründe zu kennen. Und wie viel Neues für mich
entstand. Danach bat die Therapeutin die Stellvertretenden, sich an der Position aufzustellen, die sie für sich in ihrem Stellvertreter-Sein als angenehm und angemessen empfinden. Danach fragte
sie wieder einzeln, was sie dazu bewegt hat, und wie sie sich nun an dieser neuen Position fühlen. Sehr inspirierend. Ich habe mich gefragt, warum bin ich nicht selbst auf diese Idee gekommen?
Sie ahnen es: das Nachdenken, und somit die Selbsterfahrung gehen weiter.
Schließlich stellt sich die Klientin an den Platz ihrer Stellvertreterin. Nicht in meinem Fall, aber in anderen Fällen ist die Arbeit in der Aufstellung weiter gegangen. Es kommt zu weiteren
Fragen, Annahmen, Hypothesen und zu weiteren Aktionen und Erkenntnissen.
Wichtig ist: nach der Auflösung müssen die Stellvertretenden sich "entrollen", aus ihrer Stellvertreter-Aufgabe heraus gehen. Dies erfolgt durch ein Ritual. Sie gehen zur Klientin und sagen ihr:
ich war X [aus deiner Familie], das habe ich gerne für dich getan. Nun bin ich wieder Y [der eigene Name]. - Die Klientin bedankt sich.
Das habe ich aus vollem Herzen getan. So ein wunderbares Erlebnis. Die Therapeutin und die Klientin setzen sich. Die Frage der Therapeutin lautet: wie war das jetzt für dich? was möchtest du noch
dazu sagen?
In meinem Fall kann ich sagen: es war gut, alle Geschwister der Eltern, die Eltern und mich zu sehen. Auch diejenigen, die bereits vor meiner Geburt verstorben waren und in den Geschichten der
Familie weiter leben. Drei Onkel sind im zweiten Weltkrieg gefallen. Eine Tante ist noch vor der Geburt meines Vaters als Kleinkind Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts verstorben. Ja,
tatsächlich, wir waren innerhalb von drei Generationen vom 21. ins 19. Jahrhundert gelangt. Mit der Geburt einiger Großeltern.
Wie das so ist mit der Reflexion: der Groschen fiel am folgenden Morgen und in den beiden noch folgenden Tagen. Schatzkiste. Irgendwie gewusst hatte ich es bereits zuvor: drei Familien mit
starken Frauen und Männern (auch angeheiratete). Viel Glück war auch dabei: keine Flucht, keine starken Brücke, politische Haltungen, mit denen ich d'accord gehe. Menschen, die mir in meinem
Leben viel geschenkt haben. Menschen, die inspirierend und auch role models waren und nun wieder bewusster werden. Auch, wenn ich sie nicht immer persönlich gekannt habe. Verstorbene haben weiter
Bedeutung. Der zweite Weltkrieg ist mehr als achtzig Jahre her. Meine Tante ist vor über hundert Jahren als Kleinkind an einer Infektionskrankheit verstorben, die heute wegen Impfungen fast nicht
mehr vorkommt.
Neben den traurigen, tragischen und manchmal auch ätzenden Geschichten sind mir heitere, ermunternde und angenehme Geschichten wieder bewusst geworden. Schatzkiste. Ein Fundament, auf das ich
bauen darf.
Danach beenden Therapeutin und Klientin das Gespräch. Wann und warum es eventuell zu einem weiteren Dialog zwischen ihnen kommen kann, darauf geht weiter unten der Abschnitt Reflecting Team
ein.
Transgenerationalität
In meinem Genogramm klang dieser Aspekt an. In einigen anderen Genogrammarbeiten, vor allem in denen mit Aufstellungen oder Skulpturen traten dieser Aspekt und Erkenntnisse für die Klientin und
für die Mitlernenden so deutlich hervor, dass kein Zweifel mehr daran besteht: betrachte in deiner Arbeit als Ärztin und Therapeutin auch die Vorfahren. Nun kann ich der Crew auf meiner Station
erläutern, warum die erste oder zweite Anamnese bei mir so lange dauert. Nicht immer, aber wenn Gelegenheit und Zeit ist und die Patientin oder der Patient einverstanden ist, gehen wir zusammen
auf Forschungsreise. Im therapeutischen Setting mit wöchentlichen Gesprächen sowieso.
Ich erlebe es fast jeden Tag in der Klinik: Migration, Flucht, über den Ozean, über Land, monatelang, Todesfälle, Verletzungen, sexuelle Übergriffe, Kulturbrüche, Einsamkeit, Verzweiflung und
auch Ressourcen, Familienverbund, einander stärken. "Ist mir noch nicht so aufgefallen," meinte kürzlich ein Patient, als wir seine Ressourcen betrachteten. Seine Familie ein wichtiger Teil
darin. Auch die, die nicht in Deutschland leben. Auch Menschen, die nicht mehr leben.
Skulptur
Im Unterschied zur Aufstellung verändern nicht die Stellvertretenden sondern der Klient die Positionen und Haltungen der Stellvertretenden. Die Stellvertretenden sagen bei den ersten und folgenden Positionen, wie sich das anfühlt, und welchen Impuls zur Veränderung sie daraus erspüren.
Reflecting Team
Nachdem Klient und Therapeutin eine gewisse Weile an und mit dem Genogramm gearbeitet haben (oder eine andere Arbeit zu zweit gemacht haben), fragt die Therapeutin, ob es passt, wenn nun einige
Mitlernende sich zu dem Gesagten austauschen. In diesen drei Tagen der Selbstvrfahrung waren es drei bis vier, zum Teil auch mit dem zweiten Dozenten. Aufgabe des Reflecting Teams ist es,
wertschätzend zu sprechen, Annahmen, Fragen und Ideen anzubieten. Im systemischen Sprachgebrauch auch "konjunktivistisches Sprechen" genannt. "was wäre wenn", "könnte es sein , dass", "mir ist
aufgefallen" und so weiter.
Nach einer Weile, vielleicht fünf bis zehn Minuten, verebbt das Sprechen, die Therapeutin bedankt sich beim Reflecting Team, sie gehen auf ihre ursprünglichen Plätze zurück. Anschließend fragt
der Therapeut die Klientin, was wichtig für sie war, was sie zum Gehörten noch sagen möchte. Damit endet diese Arbeit, diese Sitzung. In Ausnahmefällen entscheidet sich die Therapeutin, erneut in
einen Dialog mit der Klientin zu treten. Beispielsweise, wenn die Klientin eindeutig eine Frage oder ein Anliegen formuliert, die nicht auf eine späteren Termin verschoben werden können. Im
klinischen und Praxisalltag ist der Terminkalender zumeist limitierend. In unserem Selbsterfahrungssetting entschieden sich die Dozenten hin und wieder für einen weiteren Dialog nach dem
Reflecting Team.
Im Fish Bowl verlässt einer der Teilnehmer diesen Kreis, wenn er keine Beiträge mehr hat. Der Platz wird frei, jemand anderes nimmt ihn ein. diese Technik aus der Arbeit mit Großgruppen
entwickelte sich spontan am dritten Tag. Ein gutes Gefühl, eine Gruppe so im Flow zu erleben.
Fazit und Ausblick
Natürlich gab es zu Beginn dieser drei Tage einleitende Fragen, mit denen wir uns aufwärmten. Das war nur im übertragenen Sinn erforderlich. Die Außentemperatur betrug im Tagesverlauf jeweils über dreißig Grad Celsius. Drinnen war es gefühlt nicht viel kühler. Für das Fazit möchte ich drei Abschlussfragen verwenden, die angelehnt sind an die auf dem Flipchart von der Dozentin notierten.
Was nehme ich Besonderes aus diesen drei Tagen mit?
Wie und warum Aufstellung funktionieren kann. Transgenerationalität. Die Kunst, als Stellvertretende sowohl Sounding Board für den Klienten zu sein als auch das wahrzunehmen und später zu
betrachten, was in mir zu meiner eigenen Biographie und Familie hervortritt.
Was möchte ich noch sagen?
In diesen acht Monaten ist eine ganz besondere Gruppe von zusammen lernenden und sich entwickelnden Menschen entstanden. Vielfalt, Respekt, Humor, Ausdauer, Einstehen für andere.
Was ist wichtig für meine weitere Arbeit?
Ich habe Dinge gesehen, die ich in meiner Arbeit als Ärztin und Therapeutin anwenden möchte. Und ich habe Dinge gesehen, die ich so bestimmt nicht machen möchte, weil ich den Eindruck habe, das passt nicht zu mir. Denn darum geht es in meinen Augen: in der Haltung als systemische Therapeutin meinen Weg zu finden, immer wieder zu hinterfragen und weiter zu entwickeln. Zum Wohl der Menschen, die sich mir anvertrauen. Dass es auch mir gut tut, gehört dazu.
Es waren drei gute Tage der Selbsterfahrung. Danke an die Gruppe und auch an die Dozenten. Ich freue mich auf Teil 2 im September und schließe mich der Hoffnung einer Mitlernenden an: kühler. Das
Wetter.
Christa Weßel - Sonntag, 21 Juni 2026
[*] Wieder sind unabhängig von der verwendeten Form alle Geschlechter gemeint: w, m, d.]
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