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Wissen aufbauen

… Das "Fachwerkhaus"

"Was kann ich, was will ich, was will ich lernen in den nächsten 5 Wochen?" lautet die Frage zur Eingangsreflexion im Seminar Consulting, Teil 2. Die Studierenden erstellen im Verlauf dieses Seminars ein Portfolio. Das Material der Portfolios besteht aus

Reflexionen an vier Meilensteinen im Semesterverlauf und weiteren Arbeiten und Themen, die sie für sich als wichtig in ihrer weiteren persönlichen und beruflichen Entwicklung erachten.

Das Portfolio

In der Beschreibung des Portfolios auf Veränderung Gestalten Lernen heißt es unter anderem:

  
Zum Abgabetermin führen Sie Ihre Materialien in einem PDF zusammen, das auch ein Inhaltsverzeichnis, eine Zusammenfassung und ein Quellenverzeichnis enthalten muss. Das kontinuierliche Feedback geben die Mitstudierenden und die Dozentin im Verlauf des Semesters an den Meilensteinen. Dazu bilden die Studierenden 2er Gruppen (bei ungerader Anzahl ist eine 3er Gruppe dabei). Sie machen sich jeweils mit der aktuellen Arbeit Ihres Buddies (engl.: Kamerad, Kollegin/Kollege (nicht beschränkt auf Arbeitskollegenkreis), Freund) vertraut und stellen dem Forum die Arbeit des anderen vor. Hierdurch sollen Sie

  • lernen, einer oder einem Kollegen ihre Arbeit vorzustellen und zu reflektieren;
  • in der Lage sein, sich zügig einen Überblick über die Arbeit eines anderen zu verschaffen;
  • und diese im Forum vorzustellen.

Dieses Vorgehen ist der Software-Entwicklung entlehnt: im Pair-Programming ist deutlich geworden, wie das Arbeiten zu zweit die Qualität der Arbeit heben kann. Außerdem kommt es im Arbeitsleben häufig vor, dass Sie die Arbeit von Kollegen vorstellen müssen, manchmal sogar sehr kurzfristig.

Was will ich lernen?

"In den kommenden 5 Wochen möchte ich erfahren, welche Fähigkeiten ich als Beraterin besonders ausbauen muss und wie ich das tue. Ich hoffe, dass mir dazu die nötigen Werkzeuge an die Hand gegeben werden." oder auch "Ich möchte deswegen meinen "Werkzeugkasten" erweitern und Erfahrungen mit neuen Methoden erlangen." So und ähnlich lauteten die Antworten der Studierenden.


Meine Kommentare lauteten dazu in den PDF dieser ersten Reflexion: "Die [Werkzeuge] müssen Sie sich schon selbst erobern - Ihre Kolleginnen, die Dozentin und Bücher unterstützen Sie dabei." Und: "auch: Theorien, Konzepte und Modelle - sonst fehlt Ihnen das Fundament"


Am dritten Seminartag stellten die Buddies die Arbeiten ihres Buddies vor. Und natürlich fielen auch hier Sätze wie "Methoden lernen." Das genügt nicht. Ohne Fundament kein stabiles Gebäude.

Das Fachwerkhaus

In Hessen - derzeit lebe ich in Frankfurt am Main - und auch Norddeutschland - dort bin ich aufgewachsen - gibt es viele Fachwerkhäuser. Also lag es nahe, den Aufbau von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit einem solchen Haus zu vergleichen.

  • Theorien bilden das Fundament.
  • Konzepte & Modelle bilden das Fachwerk, die stützenden Balken.
  • Methoden füllen die Fachwerke - sei es aus Lehm oder Stein, bilden die Fenster, die Türen, das Dach - sei es Reet, Ziegeln oder Schindeln.

Es ist ein große Freude, dass die Studierenden im derzeit zu Ende gehenden Semester in ihren Portfolios dieses Bild des Wissens aufgriffen und weiter verwenden wollen. Einige haben bereits eigene Konzepte und Modelle entwickelt. Doch dazu mehr im Verlauf der nächsten Woche. Am Freitag wollen wir am Abschlusstag des Seminars Consulting die Portfolios reflektieren und ich freue mich darauf, davon zu erzählen, was an dieser Gruppe Studierender so besonders ist.

 

Andere arbeiten lassen … Work in Progress

Diese Metapher werde ich auch ins Buch Aal Andere arbeiten lassen aufnehmen, in dem es um Lernen und Lehren an Hochschulen geht. Darum soll dieser Blogeintrag als "Vor-VorLeseProbe" im Monat April genügen. "First things first." Erst einmal muss ich nach der schönen Osterpause das Semester abschließen, bevor die Arbeit am Buch weitergehen kann.


Christa Weßel - Dienstag, 30 April 2019

Vor-Lese-Proben