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Konzentrat

Christa Weßel (2019) Kompass

 

Wenn ich mich einem neuen Feld, Gebiet oder Fach nähere, schätze ich es, mit einem kleinen Buch zu beginnen. Die Rede soll hier sein von Christina Hunger-Schoppe's Systemische Therapie von 2021. Erschienen in der Reihe Psychotherapie kompakt im Kohlhammer Verlag. 

"Kleine" Bücher

Ein kleines Buch kann einen ersten Überblick und einen Einstieg geben. Gute Erfahrungen gemacht habe ich damit in der Pharmakologie, im wissenschaftlichen Schreiben (Eco 1977, 2010), in der Psychiatrie (Psychiatrie fast & pocket, blog Fundament) und nun in der Systemischen Psychotherapie. Nur in der Informatik habe ich es anders gemacht. Da ging der Griff gleich zum Balzert, Band I und II (1998 und 2000). Einen Überblick haben mir die Menschen in der Forschungsgruppe gegeben. Instant-Informatik zum Morgen-Kaffee. 

Bislang (seit 1998) hatte ich Bücher, die sich mit Systemischem befassten, aus der Perspektive der Soziologie, der Anthropologie, der Organisationspsychologie, der Organisationsentwicklung und der Informatik gelesen (und geschrieben). Und nun folgt Systemische Psychotherapie. 

 

Systemische Therapie

Christina Hunger-Schoppe (im Folgenden kurz die Autorin) macht gleich zu Beginn deutlich, dass es genau das werden sollte: ein kompakter Überblick mit der Beschreibung der Wurzeln, der Geschichte, der Entwicklung, der Theorien und der Haltungen und Umsetzungen systemischer Therapie, sowie der wissenschaftlichen Erforschung und Evaluation plus Institutionen und Aus- und Weiterbildungswegen. Das ist ihr gelungen. 

Allerdings habe ich mich gefragt: wie mag es Menschen gehen, die noch nichts mit der Systemischen Welt zu tun hatten. Die Sprache der Autorin ist sehr dicht und hoch-wissenschaftlich. Das trägt zur Kürze des Buches bei. Wie bei zahlreichen anderen deutsch-sprachigen wissenschaftlichen Publikationen und Lehrbüchern ist auch in diesem Buch die Sprache oftmals im Passiv. In der Organisationsentwicklung, Psychologie, Soziologie und Informatik habe ich Bücher in englischer und auch in deutscher Sprache genießen dürfen, die klar und eindeutig Sprache im Aktiv verwenden und darum komfortabel zu lesen sind. Stets ist klar: wer macht was. Ein paar Beispiele finden sich im Abschnitt "Role Models" auf der Seite Resources for Writing and Publishing.  

Bei der Lektüre von "Systemische Therapie" war ich jedenfalls froh, dass mir etliche Begriffe bekannt waren, und danke der Autorin und den Herausgebern der Reihe, dass das Buch dem Konzept kurzer Abschnitte und Kapitel folgt. Dies kommt dem Innehalten und sich vergewissern entgegen. 

Die Gliederung ist gut strukturiert. Die Themen bauen aufeinander auf. Eine Anregung: vielleicht probieren Sie es einmal damit, zuerst die erste Seite des Kapitels 8 "Settings" und das Kapitel 11 "Ausblick auf Weiterentwicklungen" zu lesen. Auf diesen insgesamt zehn Seiten ist es in meinen Augen tatsächlich so: Systemische Therapie kompakt. Hochkonzentriert. 

Wie viele Bücher, die in erster Auflage vorliegen, gibt es ein paar Dinge, die die zweite Auflage korrigieren, verbessern und ergänzen kann. Dazu zählen ganz wenige Rechtschreibfehler und ein paar Querverweise (einige im Text erwähnte Abschnitte gibt es nicht). Für die zweite Auflage wünsche ich mir ein ausführlicheres Stichwortverzeichnis. Unten habe ich einige Beispiele angeführt. Außerdem könnte die Autorin darüber nachdenken, ob sie ein Abkürzungsverzeichnis anlegen möchte. Eine Alternative wäre, Abkürzungen mit in das Stichwortverzeichnis aufzunehmen. 

Ich freue mich auf die zweite Auflage dieses Buches, die es hoffentlich bald geben wird. Und ich bin sicher, dass ich immer wieder auf das hier beschriebene Exemplar zurückgreifen werde. 

Danke an die Autorin, die Herausgeber der Reihe und den Verlag: dieses Buch "Systenische Therapie" bietet einen anspruchsvollen und guten Einstieg in das Gebiet. Und ich freue mich auf die etwas umfangreicheren Bücher und weiterführenden wissenschaftlichen Artikel, die das Buch "Systemische Therapie" ausführlich im Literaturverzeichnis präsentiert.  


Christa Weßel - Samstag, 14 Februar 2026 

 

Lesestoff

  • Balzert, Helmut (2000). Lehrbuch der Softwaretechnik. Band 1: Software-Entwicklung. 2. Auflage. Heidelberg, Spektrum Akademischer Verlag. 
  • Balzert, Helmut (1998). Lehrbuch der Softwaretechnik. Band 2: Software-Management, Software-Qualitätssicherung, Unternehmensmodellierung. 1. Auflage.  Heidelberg, Spektrum Akademischer Verlag. 
  • Eco, Umberto (1977, 2010). Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Übersetzung von Walter Schick. 13. Auflage. Italienische Erstauflage 1977. Heidelberg, UTB 2010. 
  • Pschorr T, Grüner S (2022). Psychiatrie fast. 5. Auflage. Grünwald, Börm Bruckmeier Verlag.
  • Pschorr T, Broytman V (2023). Psychiatrie pocket. 1. Auflage. Grünwald, Börm Bruckmeier Verlag. 

Stichwort-Ideen, weitere

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