Nach zwei Jahren Vollzeittätigkeit als Ärztin in der Psychiatrie und vier Legs (Etappen) bin ich nun seit Anfang März auf einer neuen Station. Mit reduzierter Arbeitszeit.
In den Weiterbildungsordnungen der Ärztekammer Niedersachsens ist die Weiterbildungszeit wie folgt beschrieben:
60 Monate Psychiatrie und Psychotherapie unter Anleitung eines Weiterbildungsermächtigten an zugelassenen Weiterbildungsstätten, davon
o müssen 12 Monate in Neurologie abgeleistet werden
o müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung in Psychiatrie und Psychotherapie abgeleistet werden
- können zum strukturierten Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie und/oder im Schwerpunkt Forensische Psychiatrie erfolgen
(https://www.aekn.de/aerzte/weiterbildung/weiterbildungsordnung - besucht am 11 März 2026)
Um zügig und gut ins Fachgebiet zu kommen, liegt es nahe, zunächst zwei Jahre intensiv im stationären Bereich zu arbeiten. Fand ich. Und nun ist es an der Zeit, das Tempo zu verringern. Dank der
Aufgeschlossenheit der EntscheiderInnen im neuen Bereich konnte ich meine Arbeitszeit so verteilen, dass Zeit für die ST-Weiterbildung an vielen Wochenenden (Trampolin) und Zeit zur Regeneration bleibt (Gib acht auf dich). Regeneration ist vor allem dann von
Bedeutung, wenn belastende Situation entstehen.
Ein echter Winter liegt hinter uns. Eis und Schnee und Sturm. Leg vier war eine Herausforderung. Ich habe viel gelernt. Auch Trauriges erlebt. Es ist Teil der Psychiatrie, dass es Todesfälle
gibt. Durch eine lebensgefährliche Erkrankung: die Depression. Es ist gut, dass diese Erkrankung mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen rückt und die Unterstützungsmöglichkeiten sich
ständig verbessern. Trotzdem passiert es, dass Menschen ihr Leben beenden. Es war gut zu erleben, wie die professionellen Expertinnen, Seelsorge und auch Patienten und Angehörige mit solch einen
tragischen Fall umgehen. Nach so langer Zeit als Ärztin sollte ich eine gewisse Übung darin haben. Stimmt. Und doch wird die Traurigkeit nicht weniger. Es ist gut, dass es für Patienten,
Angehörige, Freunde und auch die professionellen Experten Menschen gibt, die ihnen zuhören und sie in ihrer Trauer begleiten.
Christa Weßel - Mittwoch, 11 März 2026
[Und wieder sind unabhängig von der verwendeten Form alle Geschlechter gemeint: w, m, d.]
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