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"Morbus Passiv"

ist heilbar

Das haben jedenfalls die Studierenden des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsinformatik im Seminar Consulting gezeigt, das gestern an der DHBW Mannheim zu Ende ging. Mein Eindruck vom ersten Tag des zweisemestrigen Seminars im letzten September ist bestätigt worden: Es wird wieder viel Gutes passieren. Sie haben viel Humor, zunehmende methodische Souveränität, hohe soziale Kompetenz und wachsendes, zum Teil sehr profundes Fachwissen gezeigt. Und sich auch der Kunst der aktiven, eindeutigen Sprache angenommen: Wer macht was? Denn an Hochschulen und in der Wissenschaft ist in der deutschen Sprache der Morbus Passiv sehr weit verbreitet. Von hier aus in eine klare Sprache zu wechseln ist nicht einfach.

 

Am meisten beeindruckt hat mich ihre Kreativität in den Visualisierungen und Geschichten, von Dr. ##, Chefarzt der Kinderklinik, der eine prozessorientierte Unternehmenssteuerung in seinem Haus einführen will, über die Aua im Kopf Klinik und Tage einer Führungskraft bis hin zu Filmplots und schließlich gestern neben Zeitungen und online-Medien ein Comic über die Erlebnisse einer Maus, die mit ihrem Buddy in die Beratungswelt zieht. Auch entwickeln sie sehr gute Ideen, wie sich Hochschulen voran bringen lassen (Blog vom 28. Okt 2016) und wie wir mit dem wachsenden Anteil über 65-Jähriger und dem Fachkräftemangel umgehen können. Die eine oder der andere wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten über diese Fragen (mit)entscheiden.

 

Dass auch sehr gute Seminararbeiten dabei herausgekommen sind, habe ich in den Blogs vom  22. Feb und 1. Apr 2017 erzählt.

 

Natürlich freut es mich, wenn Studierende in den Reflexionen ihrer Portfolios und auch gestern in der Abschlusspräsentation - frei drei Minuten sprechen ohne Powerpoint und Flipchart - davon berichten, dass sich ihnen das vor dem Seminar eher unscharfe und auch vielleicht negativ besetzte Thema Consulting geklärt hat, sie etliche Konzepte, Modelle, Arbeits- und Lernweisen auch in Zukunft anwenden wollen und sich sogar die Haltung von zwei Studierenden von Skepsis zum Berufsziel Beratung gewandelt hat.

 

Was nehmen die Studierenden mit? Immer wieder genannt: 8+1 W (Blog vom 09 Nov 2017), Visualisieren, Lernen, Reflektieren und Arbeiten als Buddies (im Seminar in den Portfolios).

 

Ein englischer Kollege fragte mich kürzlich, was für mich das Wertvollste am Lehren sei - er hat nicht nach Geld gefragt. "My largest reward is to see young people grow."

 

Die Geschichte dieses zweisemestrigen Seminars können Sie in folgenden Blogeinträgen noch mal nachlesen:

Christa Weßel - Mittwoch, 19. April 2017

 

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