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Das umgedrehte Klassenzimmer

… aus: Aal Andere arbeiten lassen

Vier Fachlektor*innen konnte ich für die Lektüre des Buches gewinnen. Dazu zählen ein Hochschulprofessor, ein Manager mit Personalverantwortung für mehrere hundert Menschen (die Budgetverantwortung lasse ich diskretionshalber mal weg), der auch als externer Dozent unterrichtet, und zwei junge Menschen, die ihr Studium nahezu abgeschlossen haben. Nun treffen die ersten Kommentare ein. Meine Antwort lautete in einem Fall: "Am liebsten würde ich das Buch so wie es jetzt geworden ist veröffentlichen: mit Deinen Anmerkungen und Zeichnungen." Mal sehen, was sich hinsichtlich der Bilder machen lässt ;o)


Für die heutige Leseprobe habe ich den Abschnitt "Das umgedrehte Klassenzimmer" ausgewählt, weil der Kommentar des Managers und Dozenten lautete: "Das muss ich unbedingt ausprobieren." Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei. @ die Studierenden: Sie können es ja mal Ihren Profs und Dozenten vorschlagen.

Das umgedrehte Klassenzimmer

Klassischerweise stellen Dozenten einen großen Teil des Stoffes im Präsenzunterricht vor. Hier und da ist noch eine Übung eingestreut. Umgedrehtes Klassenzimmer (engl.: inverted classroom) bedeutet, dass die Lernenden sich mit dem theoretischen Stoff zuhause oder unterwegs beschäftigen und dann gemeinsam mit Mitlernenden und Lehrenden die Übungen durchführen. Inverted Classroom wird mit dem Blended Learning noch einfacher. Lehrende können Aufgaben und Materialien auf der e-Learning-Plattform bereit stellen.


Voraussetzung für einen erfolgreichen Inverted Classroom ist, dass die Lernenden tatsächlich eigenständig lesen und Aufgaben bearbeiten. Der Lehrende muss dieses konsequent einhalten und darf sich nicht etwa darauf einlassen, Stoff im Unterricht zu behandeln, den die Lernenden bereits erarbeitet haben sollten. Das Drehbuch für die Lernveranstaltung (siehe oben) sollte er so modular gestalten, dass er, falls die Lernenden sich nicht vorbereitet haben, zum nächsten Thema weitergehen und das ursprünglich vorgesehen Thema auf den folgenden Seminartag vertagen kann. Es funktioniert. Wenn die Studierenden sehen, dass ich tatsächlich ein Thema nur mit ihnen bearbeite, wenn sie sich wie verabredet vorbereitet haben, und es vertage, bis sie sich vorbereitet haben, tun sie es – zumindest die meisten – und die Lernenden und Sie können arbeiten.


Christa Weßel - Dienstag, 30 Oktober 2018

Vor-Lese-Proben