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Blended Learning

… aus: Aal Andere arbeiten lassen

Eine Grippe führte mir in dieser Woche vor Augen, wie nützlich ich das "e" im Blended Learning finde. Mehr dazu im anderen heutigen Blogeintrag …  Und dies führte wiederum dazu, dass der Abschnitt Blended Learning die Leseprobe dieses Monats geworden ist.

Blended Learning

Blended heißt auf Englisch gemischt. Mag es bei einigen alkoholischen Getränken wie zum Beispiel Whisky einen negativen Beigeschmack haben, so ist es im Lernen eine positive Eigenschaft. Die Lernenden und Lehrenden nutzen drei Aspekte: Präsenzunterricht, Selbststudium und die Nutzung einer e-Learning-Plattform. e-Learning umfasst Repositories, Communities, e-Portfolios, Expertenprofile, (Zugang zu) Bibliotheken, Planung und Management von Lernveranstaltungen, Unterstützung von Monitoring und Evaluation (Bleimann 2004, Kerres 2009). Meine konzeptionelle Basis ist inspiriert von Peter Senges Modell der fünf Disziplinen des organisationalen Lernens, das er als einen dreibeinigen Stuhl darstellt (Senge 2006, S. xiii).

  • Bein 1: Präsenzlernen. Die körperliche Präsenz ist ein wichtiges Setting für den Austausch und die soziale Entwicklung der Gruppe und des Einzelnen. In gewissem Maß können Videokonferenzen und andere digitale Medien dies ersetzen.
  • Bein 2: Selbststudium mittels Büchern, digitalen oder anderen Medien. Der Lernende muss sich mit dem Stoff auch allein oder in kleinen Gruppen  auseinander setzen. Dazu gehören das Lesen und Rezipieren, also Verstehen und Verinnerlichen von Fachtexten, das in einigen Themen erforderliche Auswendiglernen (zum Beispiel Anatomie in der Medizin) und vor allem die Reflexion (zum Beispiel Fall-Lösung durch Schlussfolgerungen).
  • Bein 3: Nutzung von Lernmedien allein und in Gruppen. Dies sind derzeit vor allem das Web 2.0 mit der Nutzung von Digital Social Media und e-Learning-Plattformen. Vorläufer dieser Technologien waren der Fernunterricht über Radio, Funk und TV.
  • Sitzfläche: Das Lernen am Fall oder im Projekt: Fall-, Problem- und Projekt-basiertes Lernen in Kleingruppen und Teams.

Effektives, effizientes und freudvolles Lernen sind meiner Meinung nach vor allem dann möglich, wenn ein Mensch alle drei Beine und die Sitzfläche des Blended Learning nutzen kann. Dabei kann das eine Bein dicker, das andere dünner sein – je nach dem Kontext und den Neigungen des Lernenden. Alle drei Beine sind jedoch wichtig. Jedes sollte Kraft haben.
Um den Lernenden dies zu ermöglichen, habe ich folgenden Weg gewählt:

 

Öffentlich zugängliche, eigene Website mit einer Einführung zum Seminar, Zielen, Inhalten, Lernzielen, Literaturempfehlungen und zum Vorgehen in Seminararbeiten und Portfolios.  – https://veraenderung-gestalten-lernen.de/

Geschützter, virtueller Lernraum auf der e-Learning-Platt\-form der Hochschule – beispielsweise: Moodle.

Persönlicher Austausch an den Seminartagen.

Weitere Kommunikation digital zwischen den Seminartagen im Forum der Lernplattform.

 

Den virtuellen, geschützten Lernraum auf der e-Learning-Plattform der Hochschule beantrage und richte ich als Dozentin ein. Die Studierenden schreibe ich ein. Dadurch kann ich mich vom ersten Tag der Lernveranstaltung an auf diesen virtuellen Teil unserer Zusammenarbeit im Blended Learning beziehen.


Der digitale Lernraum besteht aus einem Forum und einzelnen Sektionen. Lehrende und Studierende können Inhalte hochladen und mit anderen Nutzern teilen. In einer Sektion hinterlege ich Fotos der Visualisierungen aus den Veranstaltungen. In weiteren Sektionen deponieren die Studierenden ihre Berichte (Aufgaben aus den Veranstaltungen sowie Seminararbeiten oder Portfolios).  Eine weitere Sektion enthält die von mir kommentierten Arbeiten der Studierenden.


Wir lernen vor allem mit anderen zusammen und bewegen uns damit in sozialen und soziotechnischen Systemen. Was zeichnet das Lernen in solchen Systemen aus und wie können wir sie gestalten? Darum geht es im folgenden Kapitel.


Christa Weßel - Sonntag, 24 Februar 2019

 

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