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Lernqualität durch Lehrqualität

... im kompetenzorientierten Lernen

Wie gut Studierende lernen können und wie gut ihre Studienergebnisse sind, ist auch abhängig von der Qualität der Lehre.
Was brauchen Studierende und Lehrende, um gut lernen und lehren zu können?

 

Ins Feld gehen

Nachdem "Blended Learning and Visiting Lecturers" im letzten Winter einige Handlungsmöglichkeiten der Akteure Lehrende, Hochschule, Studierenden beschreiben konnte, sollte eine teilnehmende Beobachtung als externe Lehrende folgende Fragen untersuchen: 

  • Was brauchen Lernende und Lehrende für den Präsenzunterricht, für ihr eLearning und vom Lehrmanagement?
  • Welchen Kriterien sind für die Qualität dieser Leistungen hilfreich?
  • Wie können Lehrende und Hochschule Lehr- und Lernqualität überprüfen?

Hintergrund dieser Fragen ist die Annahme, dass Lernqualität und damit Studienergebnisse unter anderem abhängig sind von der Qualität der Lehre.

 

Die teilnehmende Beobachtung erfolgte im Rahmen eines Lehrauftrages zum Seminar Consulting 2 an der DHBW Mannheim vom 1. Februar bis 10. Juli 2012. Grundlage für den Boachtungsleitfaden bildeten die im Winter herausgearbeiteten Handlungsmöglichkeiten der Akteure. Weitere Kriterien zeigten sich im Verlauf, wie es für qualitative, explorativer Untersuchungen typisch ist.

 

Die Ergebnisse der Beobachtungen sind in Bezug gesetzt zu vorhergehenden Beobachtungen und Erfahrungen an anderen Hochschulen und Universitäten (WWU Münster, FU Berlin, HU Berlin, Universität Basel (CH), TU Berlin, RWTH Aachen, Universität Maastricht (NL), JGU Mainz, BHT Berlin, Hochschule Fulda) und zu wissenschaftlichen Publikationen unter anderem zu den Themen Blended Learning, Didaktik, Management und Arbeitspsychologie mit dem Fokus "gesunde Arbeitswelt" (siehe BLAVL-Literaturliste).

 

Präsenzunterricht

Ein guter Präsenzunterricht wird entscheidend durch die Arbeitsumwelt beeinflusst.

 

Raumgröße und Raumgestaltbarkeit

Können wir sowohl an Tischen in Gruppen als auch im freien Raum arbeiten? 

 

Dies kann bspw. ein Raum sein, der zur Hälfte mit Tischen im U- oder Viereck-Form ausgestattet ist, und in dem eine freie Hälfte für Arbeiten im Raum zur Verfügung steht. Dies ist auch für Veranstaltungen mit dreißig und mehr Teilnehmenden machbar.

 

Absolut kontraproduktiv sind fest mit einander verbundene, wohl möglich auch noch in Reihen aufgestellte Tische, die sich nicht im Raum bewegen lassen. Hier das Lehrpult, dort die Schulbänke. Die Begründung, dass Lernende und Lehrende dann ihre Laptops aufladen können, ist didaktisch obsolet. Gute Lehre zeichnet sich durch Methoden- und Medienvielfalt aus. Dies umfasst unter anderem Arbeiten im Raum, Gruppenarbeiten, Visualisierungen (Poster, Tafel, Flipcharts), Präsentationen, Kurzvorträge und Rollenspiele, Entwicklung von Szenarien und vor allem den Dialog und mit ihm die Reflexion.

 

Zur Vielfalt der Methoden und die "Verhinderung" von Laptops sagte ein Student in einer Abschlussevaluation: "Wir wurden zur ständigen Mitarbeit angeregt und konnten uns nicht hinter unseren Laptops verstecken oder in Facebook surfen."

 

Medien

Welche Visualisierungsmedien stehen zur Verfügung? 

 

Dabei sind sowohl Vielfalt als auch Nachhaltigkeit im Sinne von Umweltschutz zu beachten. 

 

Einige Lehrende arbeiten gerne mit Präsentationen und Beamern. Hierzu merkte ein Didaktiker in einer Fortbildung an der DHBW im Februar an "Wie viele Folien brauchen Sie für eine gute Lehrveranstaltung? ... Richtig: null." Seine Empfehlung lautete: "Streben Sie es zumindest an, dann landen Sie wie ich heute für einen Tag [acht Stunden] bei sechs Stück."

Es ist zu empfehlen, dass diese Medien im Raum vorhanden sind, sei es, dass sie fest installiert sind, oder dass eine studentische Hilfskraft den Auf- und Abbau durchführt. Lehrende, die vor und nach der Veranstaltung elektronische Medien abholen und abgeben müssen, werden dadurch zeitlich sehr belastet. 

 

Einige Lehrende nutzen die Tafel und lassen auch Studierende hiermit arbeiten, um so auch weniger Papier und Stifte und somit weniger Abfall zu produzieren. Überlegen Sie mal, was an Flipchartblättern bei vier Gruppen und zwei Gruppenarbeiten pro Nachmittag zusammen kommt.

 

Flipcharts haben den Vorteil, über Tage und Wochen hinweg, also immer wieder im Semesterverlauf verwendet und weiter entwickelt werden zu können.

 

Overheadprojektor finden unter anderem bei Veranstaltungen mit vielen Zuhörenden Anwendung. Die oder der Vortragende kann Gedanken skizzieren und wendet sich gleichzeitig, anders als an der Tafel, den Zuhörenden zu.

 

Pausen

Welche Rückzugs- und Verpflegungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? 

 

Gerhard Tiesler spricht von der Kasernenartigkeit unserer Bildungseinrichtungen. Es gibt jedoch Ansätze, auch lange fensterlose Gänge, wie wir sie sogar noch in jüngeren Bauten antreffen können, mit Licht, Pflanzen, Sitzmöglichkeiten, Wasserspendern und Farben so zu gestalten, dass Menschen diese Räume nicht nur als Verkehrwege nutzen können. Dieses und viele andere Anregungen finden sich unter anderem in Veröffentlichungen wie "Mit allen Sinnen lernen" zur Architektur und Raumgestaltung oder bei Eberhard Ulich zur Arbeitspsychologie (vgl. BLaVL-Literaturliste).

Auch draußen Pause zu machen, sich auszutauschen oder auch zu lernen, können wir durch eine entsprechende Gestaltung mit Bänken, Sonnensegeln und Anpflanzungen fördern. 

 

Ruhe ist auch an Orten zu wünschen, an denen sich viele Menschen versammeln. Gerade Mensen (Kantinen) brauchen eine gute Lärm mindernde Architektur. Gegen Geschirrklappern und immer lauter werdende Gespräche mit Musik anzutönen ist keine Lösung.

 

e-Learning

Kommunikation über Kommunikation

  • Sind die Ansprechpartner für die eLearning Plattform bekannt?
  • Ist die Regelung von Zugängen bekannt?
  • Unterstützen die Ansprechpartner die Lehrenden und Studierenden bei Fragen zeitnahe [innerhalb von 24 Stunden] und kompetent?
  • Erfolgt eine klare Kommunikation zu updates und ihren Konsequenzen?
  • Gibt es Schulungen?

Wichtig ist, dass dies alles als "Push" (drücken, bringen, berichten) und nicht als "Pull" (ziehen, holen, fragen) erfolgt. Die Nutzer, also die Lehrenden, die Studierenden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hochschulmanagement (Hochschul- und Studiengangsverwaltungen) müssen von den e-Learning-Administratoren mit diesen Informationen und Beratungen und Schulungen "versorgt" werden. Wenn jede/r Nutzerin einzeln nachfragt – und ich kann nur etwas fragen, von dem ich weiß, dass es etwas zu fragen gibt – steigt der Verbrauch der kostbaren Ressource Zeit bei allen Beteiligten unnötigerweise.

 

Lehrmanagement

Gutes Lehrmanagement steht und fällt zum einen mit dem grundsätzlichen Vorgehen einer Hochschule und zum anderen mit den Sekretariaten und Modul- oder Studiengangsverantwortlichen vor Ort.

 

Studien- und Prüfungsordnungen

Sind diese den Lehrenden und Studierenden bekannt?

Verwenden die Lehrenden diese als Grundlage für ihr Vorgehen in Lehre und Prüfungen?

 

Studien- und Prüfungsordnungen sind eine rechtliche Grundlage des Miteinanderarbeitens von Lernenden und Lehrenden und der Hochschule. Sie sind in der Regel klare und gut verständliche Ordnungen. Sie beschreiben, wie die Studierenden ihre Leistungsnachweise zu erbringen haben, und wie die Lehrenden diese zu bewerten haben. Auch zu Fristen, bspw. zur Bekanntgabe von Prüfungsterminen geben sie Auskunft.

 

Lehrende können und - in meinen Augen - müssen diese Studien- und Prüfungsordnungen für die Vorbereitung und Durchführung von Lehre und  Prüfungen hinzuziehen. Damit erfüllen sie ein wichtiges Qualitätskriterium von Lehre, das "test first" (ein Begriff aus der Software-Entwicklung): Lehrende müssen zu Beginn wissen, was sie lehren und was und wie sie prüfen werden, denn sie müssen schon vor Beginn einer Lehrveranstaltung den Studierenden Inhalte, Lernziele und Leistungsnachweise und Termine, einschließlich Prüfungstermin bekannt geben.

 

Die Hochschule und in der täglichen Umsetzung also die Modulverantwortlichen oder StudiengangsleiterInnen müssen die Lehrenden, auch externe Lehrende auf diese Studien- und Prüfungsordnungen und ihren Zweck und Nutzen hinweisen und ihnen zur Verfügung stellen, bspw. durch die Mitteilung eines Links zur Onlinepublikation.

 

Lerninhalte und Lernziele

Sind allen Lernenden und Lehrenden Inhalte und Lernziele, sowie Art und Umfang der Leistungsnachweise für alle Lehrveranstaltung und Termine der Prüfungen ihres Studienganges zugänglich und bekannt?

 

Dies geschieht zumeist in Form von Modulbeschreibungen. Auch hier sind in der täglichen Umsetzung die Modulverantwortlichen oder StudiengangsleiterInnen aufgefordert, dies entsprechend mit ihren Lehrenden und Studierenden zu kommunizieren. 

 

Solche Beschreibungen erleichtern die Abstimmung der Veranstaltungen aufeinander und die gegenseitige Unterstützung der Lehrenden, wenn sie miteinander in Kontakt treten.

 

Termine

Sind allen Lernenden und Lehrenden die Termine der Veranstaltungen und der Prüfungen ihres Studienganges zu Beginn eines Semesters zugänglich und bekannt?

 

Dies sollte schon einige Wochen vor Start der Vorlesungszeit der Fall sein. Die Planung, Organisation und das tägliche Management kann mit Unterstützung elektronischer Medien erfolgen. Dazu bieten auch eLearning-Plattformen entsprechende Funktionen an.

 

Planung, Organisation und das tägliche Management sind Aufgabe der Hochschule. Sekretariate können dies in der Regel durch ihre Knotenfunktion in der Kommunikationslandschaft Hochschule hervorragend durchführen. Diese Menschen, meist sind es Frauen, zeichnen sich oftmals durch eine hohe Management- und Sozialkompetenz aus. Sie sind Ansprechpartner für Studierende, Lehrende und Hochschuladministration. 

 

Sollten Terminänderungen erforderlich sein, so kann das Sekretariat dies zentral, koordiniert und frühzeitig umsetzen und an alle direkt und indirekt Betroffenen kommunizieren. Auch hier sind Plattformen mit Kalendern und Nachrichten in Rubriken wie "Aktuelles / Neues" sehr hilfreich.

 

Evaluation der Lehre

Stehen den Lehrenden ihre Evaluationsergebnisse vollständig, zeitnahe und im Vergleich zu anderen Lehrveranstaltungen zur Verfügung?

 

Die Evaluation der Lehre mittels Fragebögen unterstützt Lehrende in der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Lehre. Dazu bieten ebenfalls e-Learning-Plattformen eine elektronische Unterstützung an. In vielen Hochschulen hat sich die Verwendung von Fragebögen wie bspw. EvaSys durchgesetzt. Darin beantworten die Studierenden Fragen zu sich selbst (Semesterzahl, Geschlecht, ...) und quantitative Fragen (Bewertungskalen) und qualitative Fragen (Freitext) zur Veranstaltung. Dabei sollten folgende vier Themenblöcke zur Sprache kommen:

  • Konzept und Aufbau der Veranstaltung
  • Durchführung der Veranstaltung     
  • Zusammenarbeit Lernende und Lehrende im Rahmen der Veranstaltung
  • Eigener Beitrag im Lernprozess

Die Ergebnisse müssen die Lehrenden vollständig und auch im Vergleich mit anderen erhalten. Dies kann durch die Zusendung von Auswertungsergebnissen per Post oder per Email als PDF erfolgen. Goldstandard ist die Online-Evaluation und Online-Bekanntgabe. Dies ist mit entsprechenden Zugangsberechtigungen individuell für die Lehrenden machbar. 

Verantwortlich ist hier wiederum die Hochschule. Ist so ein Vorgehen noch nicht etabliert, sollten die Modul-, bzw. StudiengangsleiterInnen dafür Sorge tragen, dass alle Lehrenden in ihrem Zuständigkeitsbereich ihre jeweilige Evaluation vollständig erhalten. Dies sollte spätestens zwei bis vier Wochen nach Ende der Veranstaltung erfolgen.

 

Überprüfung von Lehr- und Lernqualität

Die summative Evaluation von Lehre mittels Fragebögen ist ein klassischer Weg. Außerdem können und sollten Lehrende im Veranstaltungsverlauf ihre Lehrqualität hinterfragen. Die Qualität der Leistungsnachweise gibt weitere Hinweise auf die Qualität von Lehre.

 

Formative Evaluation von Lehre

Überprüfen und hinterfragen Lehrende im Semesterverlauf die Qualität ihrer Lehre mit den Studierenden?

Welche Methoden sind dazu hilfreich? 

 

Lehrende fragen die Lernenden mehr oder weniger regelmäßig am Ende einer Veranstaltung, wie es war und was sie verbessern können. Oder Studierende sprechen von sich aus Verbesserungsbedarf an.

 

Durch die regelmäßige Anwendung von Reflexionsmethoden können Lehrende sowohl die Gruppendynamik unterstützen als auch eine formative, also begleitende Evaluation ihrer Lehre durchführen. Dazu zählen Check In Check Out und Visualisierungen wie "Headlining" oder die Entwicklung von Szenarien wie "Der Film".

 

[02.01.2018: Band 3 Werkzeuge der Buchreihe Elche fangen ... beschreibt diese Methoden ausführlich].

 

Termintreue

Wie zügig erhalten die Studierenden ihre bewerteten Leistungsnachweise?

 

Lehrende führen in der Regel mehr als eine Lehrveranstaltung durch und haben auch noch weitere Verpflichtungen innerhalb und außerhalb der Hochschule. Wenn wir jedoch von den Studierenden Termintreue, Methodensicherheit und Zuverlässigkeit fordern, so müssen wir Gleiches ebenfalls leisten. Darum müssen Lehrende die bewerteten Leistungsnachweise zügig den Studierenden bekannt geben und ihre Gutachten (auch Klausurkorrekturen sind in diesem Sinn Gutachten) an das zuständige Sekretariat senden.

 

e-Learning-Plattformen unterstützen auch dies. Lehrende können sich jederzeit hoch geladene Arbeiten ansehen und kommentieren. Sie brauchen also nicht auf ausgedruckte und gebundene Exemplare zu warten.

 

Eine - nicht repräsentative - Umfrage unter lehrenden Kolleginnen und Kollegen, deren Lehrqualität ich sehr schätze, brachte folgende Ergebnisse zu den Zeiten bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse an die Studierenden: Klausuren eine Woche, Zwischenstände von schriftlichen Arbeiten (Seminar-, Haus-, Projekt-, Abschlussarbeiten) eine Woche, endgültige Gutachten zu schriftlichen Arbeiten maximal zwei bis vier Wochen. Ein immer wieder kehrender Tenor war: das Semesterende ist stressig, aber das ist unser Berufsrisiko.

 

Qualität der Leistungsnachweise "schriftliche Arbeiten"

Wie gut sind die Seminar-, Haus-, Projekt-, Abschlussarbeiten?

 

Die Ergebnisse der schriftlichen Ausarbeitungen zeigen, wie fit die Studierenden sind, und wie gut die oder der Lehrende die Aufgabenstellung formuliert und mit den Studierenden kommuniziert hat. 

 

Für Seminar-, Haus-, Projekt-, Abschlussarbeiten müssen das Vorgehen, die Themen- und Aufgabenstellung, Termine und die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens ebenso wie die Bewertungskriterien den Studierenden von Beginn an bekannt sein (vgl. Weßel / Spreckelsen 2009). Eine kontinuierliche Betreuung und regelmäßiger Austausch nicht nur zwischen dem einzelnen Lehrenden und Studierenden sondern besser noch im Forum, also innerhalb einer Lehrveranstaltung unterstützt die Studierenden in ihren Arbeiten (siehe auch Schreiben ist Lernen).

 

Qualität der Leistungsnachweise "Klausuren"

Wie gut sind Klausurergebnisse?

 

Die Klausurergebnisse zeigen, ob die Studierenden sich auf die Prüfung vorbereitet haben, und sie zeigen, wie gut die oder der Lehrende die Klausur konzipiert und unter anderem auch das "test first" Prinzip in der Lehre berücksichtigt hat. Vom Sinn der Klausuren beschreibt, was dabei zu beachten ist.

 

Formative Einschätzung der Lernleistungen

Wie können Lehrende Lernende im Semesterverlauf einschätzen und in ihrem Lernprozess fördern?

 

Hierzu sollten Lehrende sowohl fachliche als auch methodische und soziale Kriterien (Schlüsselkompetenzen) heranziehen. Continued multidisciplinary project-based learning (CM-PBL) schlägt ein Vorgehen dazu vor (Weßel / Spreckelsen 2009). Hier sind es zwei Lehrende im Vier-Augen-Prinzip und eine Forschungsgruppe. Das Setting lässt sich auch auf Lernen und Lehren im Seminarkontext übertragen (Weßel 2010).

 

Fazit

Die in "Blended Learning and Visiting Lecturers" im Winter beschriebenen Handlungsmöglichkeiten der Akteure Lehrende, Hochschule und Studierende konnte diese teilnehmende Beobachtung um einige Aspekte erweitern. 

 

Management, elektronische Medien, digitale Kommunikation(splattformen) und auch Architektur- und Raumgestaltung beeinflussen die Qualität von Lehre und Lernen.

 

Als Lehrende und als Hochschuladministration müssen wir die Ansprüche und Erwartungen, die wir an die Studierenden haben, zunächst einmal selbst erfüllen. Dazu zählen Respekt, Zuverlässigkeit, Mitarbeit, Bereitschaft zu lernen (Stichwort Fortbildung), Transparenz, Anwendung fundierter Methoden in (Selbst)Management, Didaktik und wissenschaftlichem Arbeiten.

 

Wenn wir die Studierenden respektieren, dann können sie uns respektieren.

 

Natürlich sind auch die Studierenden in der Pflicht. Die drei Gruppen Hochschule, Studierende und Lehrende haben einen Abkommen miteinander. Jede Gruppe muss ihren Beitrag leisten. Es geht also nicht um das Konsumieren von oder die Berieselung mit Präsentationsfolien, sondern um aktive Beteiligung. Es ist eine Freude zu sehen, dass Studierende Letzteres sehr zu schätzen wissen (siehe Führungskompetenz der nächsten Generation)

 

Als Lehrende müssen wir die Dokumente, die unsere Zusammenarbeit regeln, wie bspw. Studien- und Prüfungsordnungen beachten und von Beginn an in unserer Lehre verwenden. Wir müssen Grundlagen der Didaktik beherrschen wie bspw. die Formulierung von Lernzielen und Aufgabenstellungen für schriftliche Ausarbeitungen wie Seminar-, Haus-, Projekt- und Abschlussarbeiten und für Klausuren und mündliche Prüfungen.

 

Als Hochschule und Lehrende müssen wir eine gute Kommunikation und ein gutes Lehrmanagement für alle Beteiligten – Studierende, Lehrende, Hochschulverwaltung – verwirklichen. Ressourcen, wie bspw. kompetente Sekretariate und eLearning-Plattformen gibt es.

 

Alle Akteure sollten bedenken, dass Lernen Zeit und Raum braucht. Es ist also immer wieder zu fragen, wie viele Themen bearbeiten wir im Präsenzunterricht? Was und wie viel können Studierende im Eigenstudium erarbeiten? Das kompetenzorientierte Lernen legt Wert auf das Lernen zu lernen und die Fähigkeit, sich Themen eigenständig und in der Zusammenarbeit mit anderen anzueignen. Es geht nicht um Masse, es geht um Klasse, aufbauend auf einem soliden Grundwissen.

 

Unser Augenmerk sollten wir auch auf Architektur und Raumgestaltung richten. Hier gilt es, zum einen die Verantwortlichen für Planung und Durchführung immer wieder auf arbeitspsychologische und didaktische Erkenntnisse hinzuweisen. Zum anderen können wir im Alltag Raumgestaltung und Nutzung ebenso wie gute Lehre selbst im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand nehmen. 

 

Christa Weßel - Do, 12. Juli 2012

 

Quellen [hinzugefügt am 02.01.2018]

  • Weßel C. Software-Engineering Culture. Vom Umgehen miteinander und mit externen Partnern in IT-Projekten - Seminare in Aus- und Weiterbildung. In: Fähnrich KP, Franczyk B (Hg.). INFORMATIK 2010. Service Science - Neue Perspektiven für die Informatik. Band 2. 27.09. - 01.10.2010 Leipzig. Lecture Notes in Informatics (LNI) - Proceedings. Series of the Gesellschaft für Informatik (GI). Volume P-176. Gesellschaft für Informatik, Bonn 2010: 1108-1119. - pdf 
  • Weßel C, Spreckelsen C. Continued Multidisciplinary Project-Based Learning - Implementation in Health Informatics. Methods Inf Med. 2009; 48 (6): 558-563. - http://methods.schattauer.de/en/contents/archivestandard/issue/1003/manuscript/11533.html
  • Weßel C, Wolff F. "How to become and stay a good teacher": Blended Learning und Lehrbeauftragte. Skript zum Vortrag. CBT-AG "Future e-Learning Technologies in Medicine and Healthcare", Saarbücken 23. - 24.04.2012. -Skript: pdf
  • Weßel C,  Wolff F.  Wie kann eine Hochschule Lehrende im Blended Learning unterstützen? Eine explorative Studie im Studiengang Wirtschaftsinformatik. In: Beverungen J (Hg). Studium Duale. Journal der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim zu Dualer Lehre und Kooperativer Forschung. Band 17. Mannheim. DHBW Mannheim 2012: 169-172. - ISBN 978-3-9814488-8. - pdf

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